Grünes Licht für unwirtschaftliches Kraftwerk?


Liebe Leute!


Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerden der NGOs gegen das Kraftwerk am Tauernbach abgewiesen! Leider hat die TT unseren dazu verfassten Leserbrief nur sehr bruchstückhaft wiedergegeben! Unser Hauptkritikpunkt wurde leider nicht erwähnt! Deshalb ist es uns ein Anliegen, den Leserbrief hier vollständig zu veröffentlichen:


Grünes Licht für unwirtschaftliches Kraftwerk?


„Freude bei der Tiwag, Bedauern bei den Naturschutzverbänden! So die Reaktion auf die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, das die Beschwerden der NGOs gegen das Kraftwerk Tauernbach-Gruben abgewiesen hat! Ein Sieg der Wirtschaft gegen den Naturschutz?


Aber, ist ein Kraftwerk, das nur im Sommer, also zu Zeiten des Stromüberschusses, nennenswerte Mengen an Strom liefert, tatsächlich als wirtschaftlich zu betrachten? Im Winter wird es nur etwa 1/10 dieser Strommenge erzeugen können, was bedeutet, dass wir im Winter nach wie vor Strom aus fossilen Brennstoffen oder Atomkraftwerken importieren und teuer bezahlen müssen!


Was man der Photovoltaik ankreidet, dass sie im Winter zu wenig Strom liefert, hat bei einem Wasserkraftwerk, das um etwa 100 Millionen € errichtet werden soll, keinerlei Bedeutung? Wobei, nebenbei erwähnt, der Winteranteil von Photovoltaik, laut Expert*innen immerhin bei mindestens 20% liegt! Wo ist hier also der viel beschworene Nutzen des geplanten Kraftwerkes für den Klimaschutz?


Lohnt es sich wirklich, für ein energiewirtschaftlich derart suboptimales Kraftwerk, einen der letzten intakten Gletscherflüsse Osttirols massiv zu degradieren und damit den Lebensraum für viele stark bedrohte Lebewesen des Natura2000-Gebietes der Isel noch stärker einzuschränken?


Wir dürfen nicht vergessen, dass das Artensterben von der Wissenschaft als ebenso bedrohlich für die Zukunft des Menschen eingestuft wird, wie der Klimawandel. Klimaschutz gegen den Artenschutz auszuspielen ist also wie Feuer mit Benzin zu löschen! Umso schlimmer, wenn der Nutzen für den Klimaschutz nur äußerst bescheiden ausfällt!


Insofern gibt es bei diesem Projekt nur Verlierer!


Renate Hölzl, Obfrau Verein Osttirol Natur


Wir bedanken uns für die Unterstützung unseres Leserbriefes bei folgenden Personen und Initiativen:


Anna-Maria Kerber, Iselfrau

Helmut Beham, Fridays for Future Osttirol

Reinhold Bacher



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