Flächenverbrauch in Osttirol



Liebe Leserinnen und Leser!


Der Flächenverbrauch in Osttirol hat mittlerweile bedenkliche Ausmaße angenommen! Um dies zu zeigen, veröffentlichen wir unsere Daten zum Bodenverbrauch in Osttirol, die wir gemeinsam mit Expert*innen erhoben haben, auf unserer Homepage (siehe PDF).


Bodenverbrauch in Osttirol_Osttirol Natur
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Wenn Sie unsere Initiative zum Flächensparen unterstützen wollen, so haben sie die Möglichkeit unter folgendem Link, unsere Petition "Grün statt Beton in Osttirol" zu unterschreiben:


https://mein.aufstehn.at/petitions/grun-statt-beton-in-osttirol


Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte aus der PDF und unsere Forderungen:


Laut unseren Erhebungen, ist der Bezirk, mit 3,8 m², Spitzenreiter beim jährlichen pro Kopf-Bodenverbrauch in Tirol. Der bundesweite Zielwert liegt bei 1m² Bodenverbrauch pro Person und Jahr. Doch auch die Widmungen für die nächsten 10 Jahre verheißen nichts Gutes. Wird alles versiegelt, was bereits als Bauland vorgesehen ist, so wird der Pro-Kopf-Bodenverbrauch auf 5,2m² pro Jahr steigen!


Auch bei den absoluten Werten befindet sich der Bezirk Lienz im Spitzenfeld. Mit 325m² versiegelter Fläche pro Einwohner liegt Lienz tirolweit an dritter Stelle. Insgesamt sollen in den nächsten 10 Jahren mehr als 2,5 km2 Freiland in Bauland umgewidmet werden, vor allem für Wohnzwecke und Gewerbegebiete. Nach unseren Berechnungen stehen allein in Lienz etwa 1300 Häuser und Wohnungen leer oder werden nur wenige Wochen im Jahr als Zweitwohnsitze genutzt. Geht die Entwicklung in dieser Geschwindigkeit weiter, so wird in etwa 100 Jahren das Doppelte der heutigen Siedlungsfläche in Osttirol verbaut sein. Eine Entwicklung, die angesichts der stagnierenden Bevölkerungszahlen und des Arbeitskräftemangels im Bezirk absolut nicht nachvollziehbar ist!


Vielmehr gilt es zu bedenken, dass Boden eine begrenzte Ressource ist, die viele wichtige Funktionen erfüllt. Wir benötigen ihn zur Produktion unserer Nahrungsmittel, als CO2-Speicher und als Versickerungsfläche bei extremen Niederschlagsereignissen. Er ist auch die Grundlage für Grünräume, die wiederum als kühlende Landschaftselemente, als Luftreiniger und als Rückzugsflächen für viele Tier- und Pflanzenarten von Bedeutung sind. Die Tatsache, dass artenreiche Ökosysteme widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen sind, als Monokulturen, sollte uns gerade in Zeiten des Klimawandels dazu veranlassen, möglichst viel an fruchtbaren Ackerböden und artenreichen Grünräumen zu erhalten!


Daher appelieren wir an die politischen Verantwortungsträger*innen, alles in Ihrer Macht stehende zu unternehmen, dass unsere Lebensgrundlagen im Bezirk Lienz nicht weiter in diesem verheerenden Ausmaß verbaut werden und fordern sie auf, gemeinsam mit Expert*innen, Baugewerbe und der ansässigen Bevölkerung, zukunftstaugliche Lösungen zum Flächensparen für Ihre Gemeinden zu entwickeln. Für eine lebenswerte, klimafitte Zukunft in Osttirol!


Renate Hölzl, im Namen des Vereins Osttirol Natur

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