Abholzung des Brennerle-Auwaldes beim Grafenbach


Letzte Woche wurde eines der schönsten kleinen Naturjuwele der Stadt, der Brennerle-Auwald vernichtet. Alle Bäume, darunter viele alte, vitale Weiden, einige davon mit einem Stammdurchmesser von bis zu ½ m, wurden einfach umgeschnitten!


Auf unsere Frage bei Gemeinde, Wildbachverbauung und Stadtförster, warum der Auwald weichen musste, erhielten wir die Antwort, dass man hier Retentionsraum (Rückhalteraum) schaffen musste. Oberhalb des Gebietes, bei Gaimberg, gibt es einen instabilen Hang, der eines Tages ins Rutschen kommen könnte, daher müsse man mit dieser Maßnahme die Sicherheit der Bewohner darunter gewährleisten.


Die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner der angrenzenden Gebiete soll natürlich auf keinen Fall gefährdet werden! Für uns als Naturschutzverein stellt sich dennoch die Frage, ob die Pflegemaßnahmen wirklich in dieser Radikalität durchgeführt werden hätten müssen!


Dieser kleine Auwald war ja auch ein ökologisches Kleinod: er barg nicht nur eine Fülle verschiedener Baum- und Straucharten, sondern war auch ein kleines Vogelparadies! Für die Bevölkerung war das Wäldchen ein beliebtes Naherholungsgebiet!


Wäre es nicht möglich gewesen, die Pflegemaßnahmen schrittweise durchzuführen und immer wieder einige der großen Bäume stehen zu lassen, so dass auch im kommenden Frühjahr wieder Brutraum für die Vögel und andere Tiere und der Erholungsraum für uns Menschen erhalten geblieben wäre?


Inwieweit hätten auch die großen Bäume dazu beitragen können Material aufzuhalten?


Hat man hier nicht wieder einmal zu sorglos wertvolle Altbäume vernichtet hat, wo es nicht unbedingt sein hätte müssen?


Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung ist es, Grünraum, insbesondere Bäume und Wälder, zu erhalten, denn Pflanzen sind nun einmal die einzigen Lebewesen, die CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen können! Ganz zu schweigen von ihrer Funktion als Lebensraum zur Erhaltung der Artenvielfalt!


Natürlich wachsen wieder Jungbäume nach, bis diese aber wieder so groß sind, dass sie die gleiche Wirkung haben, wie die umgeschnittenen Altbäume, dauert es 30 bis 50 Jahre oder länger! Und so viel Zeit haben wir nicht mehr!

Wir haben laut Weltklimarat noch etwa 7-8 Jahre Zeit, um durch entsprechende Maßnahmen das Klimaziel von 1,5° Durchschnittserwärmung auf der Erde nicht zu überschreiten!

Wir von ON appellieren daher eindringlich an die VerantwortungsträgerInnen, bei zukünftigen Maßnahmen, keine weiteren Altbäume oder Altbaumbestände im Nahbereich von Wohngebieten unnötiger Weise zu fällen.


Sie, liebe besorgte Osttirolerinnen und Osttiroler, bitten wir, uns auf fragwürdige Projekte der Naturzerstörung aufmerksam zu machen. Sie können sich jederzeit unter osttirolnatur@posteo.at an uns wenden! Wir vom Verein Osttirol Natur sind in Zukunft gerne bereit, BEVOR ein Kleinod sorglos gerodet bzw. zerstört wird oder die Betonlaster/Bagger vorfahren, in eine Diskussion über ökologisch verträgliche, und doch dem Ziel entsprechende Maßnahmen, einzutreten.


Wir danken daher Frau Bgm. DI Elisabeth Blanik für die unmittelbare Reaktion und für den Termin mit allen Beteiligten, um den Sachverhalt aufzuklären und über den zukünftigen Umgang mit der Natur zu reden!


Denn unser Überleben steht oder fällt, in Zeiten des mittlerweile immer rascher voranschreitenden Klimawandels – ob wir es wahrhaben wollen oder nicht - tatsächlich mit den Bäumen.



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